Pferderücken und Sattel

Das Pferd ist von der Evolution einfach nicht als Gewichtsträger vorgesehen, sondern auf Langlauf und Schnelligkeit konzipiert.
Um das Reitergewicht schadlos zu tragen, muss es durch korrekte Ausbildung und Gymnastizierung, Ausbalancierung und gezielten Muskelaufbau erlernen, seine eigene und die Last des Reiters mit der Hinterhand aufzunehmen, unterzutreten und den Rücken aufzuwölben.

Hierfür beginnt die Ausbildung natürlich vom Boden aus. Aber sobald es ums Reiten geht, möchte ich sicher sein, dass der Sattel folgende Voraussetzungen erfüllt: 

- er schränkt die Bewegungsfreiheit des Pferdes nicht ein
- er bewegt sich in 3 Dimensionen flexibel mit
- er ist am Widerrist weder zu weit noch zu eng (beides erzeugt Druckstellen)
- er engt die Schulter nicht ein
- er liegt flächig auf und verteilt das Reitergewicht gleichmäßig auf den Pferderücken 
- er ist nicht zu lang, bis max zum 15 BW (optimaler Platz für den Reiter: 9.-15. BW)
- er drückt auch nicht im Lendenbereich
- er verrutscht beim Reiten / in der Bewegung weder nach vorne noch nach hinten
- er lässt den Reiter dicht am Pferd sitzen, damit feine Hilfengebung möglich ist und jede Veränderung des Pferderückens direkt spürbar ist.
- er passt sich den natürlichen körperlichen Veränderungen des Pferdes an (Gewichts- oder Muskelveränderungen)
- er erlaubt dem Pferd, den Rücken bei veränderter Halshaltung zu heben
- er erlaubt dem Pferd, sich zu biegen 

Diesen Anforderungen kann ein Sattel mit festem oder flexiblem Baum meiner Erfahrung nach einfach nicht genügen. Und ich habe viele Sattelmodelle ausprobiert. Alle möglichen neuartigen Systeme von führenden und namhaften Sattelherstellern. Western-, Wanderreit-, Vielseitigkeitssättel. Filz- und Fellsättel, luftgepolstere Sättel, Sättel mit Lederbaum oder flexiblem Sattelbaum aus Hightech-Material. Maßgeschneiderte Sättel, angepasst von den besten Experten.

Doch es bleibt einfach folgende Problematik bestehen:

- der Sattel wird immer am stehenden Pferd angepasst. Und selbst wenn eine Anpassung in der Bewegung durch modernste Computertechnik möglich ist: der Rücken ist ständig in Bewegung beim Reiten. Und das in 3 Bewegungsdimensionen. Spätestens wenn das Pferd sich biegt, wird klar: das kann kein fester oder flexibler Baum mitgehen. 

- der Zustand des Körpers, an den der Sattel angepasst wird, ist nur eine „Momentaufnahme“. Das kennt man von sich selbst: die Hose, die heute maßangeschneidert perfekt sitzt, passt in wenigen Tagen irgendwie nicht mehr so perfekt. 

- auch die Körperhaltung des Pferdes ist eine Momentaufnahme. Je nach Tagesform verändert sich Körperspannung und Haltung beeinflusst durch Emotionen, äußere Eindrücken etc. Und alleine schon wenn sich der Pferderücken durch abgesenkte Halshaltung hebt, ist die Rückenlinie komplett verändert. 


Oft ist die verzweifelte Lösung des Sattelproblems das Reiten ohne Sattel, was für mich jedoch keine zufriedenstellende Alternative ist: das Reitergewicht wird nicht flächig auf dem Pferderücken verteilt, die Sitzbeinknochen bohren sich in den Rücken und auch eine fein differenzierte Entlastung des Pferderückens (in der Ausbildung und im täglichen Training immer wieder immens wichtig) bis hin zum Springsitz ist hier einfach nicht möglich. 

Zwar gibt es für das Reiten ohne Sattel inzwischen durchaus gute Reitkissen Modelle, allerdings finde ich es zu bestimmten Zwecken und vor allem auch im Reitunterricht unerlässlich, mit Steigbügeln zu arbeiten. Es gibt natürlich auch Reitkissen mit Steigbügeln, die aber den Nachteil haben, dass der Steigbügel zu beweglich da zu schwammig in der Aufhängung ist und die Steigbügelaufhängung selbst bei Belastung Druckspitzen im Rücken erzeugt.
 

Also kommen wir zum weiten Feld der baumlosen Sättel.

Kritikpunkte hier sind stets
- die Frage, ob das Reitergewicht flächig auf dem Pferderücken verteilt wird
- die Frage, ob eventuelle Druckspitzen von der Steigbügelaufhängung entstehen
- die Frage, ob der baumlose Sattel nicht rutscht und schwammig liegt
- die Frage, ob auch schwere Reiter auf baumlosen Sätteln reiten sollten
- die Frage, ob die Wirbelsäule wirklich frei von Belastung bleibt


Ich habe quasi alles an baumlosen Sättel durchprobiert. Und kann alle Kritikpunkte bestätigen.
Dennoch habe ich unter den baumlosen Sätteln meinen Wundersattel gefunden: einen, der mich zu 100% überzeugt hat, weil er alle meine Ansprüche erfüllt: die Sättel der Firma Barefoot.

BAREFOOT : baumlose Sättel im Baukasten System mit VPS:
Was die Barefoot-Sättel hauptsächlich von allen anderen baumlosen Sätteln unterscheidet, ist das einmalige da patentierte VPS System ( vertebrae protection system = Wirbelsäulen Schutz System): ein mehrlagiges, aus verschiedenen Komponenten aufgebautes Druckpolster, das anatomisch geformt ist und den Druck des Reitergewichtes auf den Pferderücken mildert bzw flächig verteilt. Es hält die Wirbelsäule frei von jeder Belastung (Wirbelkanal) und verhindert auch die Bildung von Druckspitzen der Steigbügelaufhängung.

Durch Langzeitstudien wurde belegt, dass auch das Gewicht schwerer Reiter selbst über lange Strecken (Distanzreiten) optimal auf dem Pferderücken verteilt wurde.

Der Sattel rutscht nicht, da er sich optimal an den Pferderücken anpasst.

Barefoot bietet die verschiedensten Sattelmodelle an: Westernmodelle, Dressur- , Spring-, Vielseitigkeits-, Wanderreit- und Distanzmodelle, Fellsättel, Kindersättel und ein spanisches Modell. Da ist für jeden Reiter und für jeden Reitstil etwas dabei.

Ein Barefoot Sattel ist komplett beweglich. Der einzige feste Teil ist der Vorderzwiesel / die Fork / das Kopfeisen. Es ist an unterschiedliche Widerristhöhen und Schulterbreiten anpassbar, indem es durch ein ReißverschlussSystem leicht ausstauschbar ist.

Das Barefoot Sattelsystem ist ein Baukasten System: denn zum Sattel gehört eine spezielle Sattelunterlage in die unterschiedliche Polstermaterialien eingeschoben werden können, um den Sattel jederzeit individuell an ein Pferd anzupassen. So kann eine eventuelle Schiefe oder ungleichmäßig ausgebildete Muskulatur ausgeglichen werden.

Ein weiterer Vorteil ist das Barefoot Klettsystem: sowohl die Sitzfläche ist komplett abklettbar und somit austauschbar (zbsp durch einen Fellsitz) als auch die Steigbügelaufhängung und die Kniepauschen, so dass der Sattel sogar individuell an den Reiter (Körperbau, Sitz, Beinlage) angepasst werden kann.

Da ein Barefoot Sattel die Schulterbewegung nicht einengt, kann und soll er weiter vorne gesattelt werden als ein Baumsattel. Der Reiterschwerpunkt liegt kurz hinter dem 9. BW und die Schulter kann sich unter dem weichen Polstermaterial immer noch frei bewegen.

Dadurch gewinnt man auch mehr Spielraum für die Längenanpassung (bis maximal zum 15. BW) und somit sind Barefoot Modelle die ideale Lösung für kurze Rücken.

Der Unterschied für den Reiter
Da man dichter am Pferd sitzt als auf einem Baumsattel, spürt man natürlich die Bewegung des Pferderückens unter sich viel deutlicher. Was ich als unverzichtbar für jeden sensiblen Reiter ansehe! Wer es als angenehm empfindet ruhig und bewegungslos auf einem festen Gebilde über dem Pferd zu thronen, hat die Sache mit dem Verschmelzen und Einswerden mit dem Pferd nicht verstanden.

Außerdem kann das Pferd es durch einen Sattelbaum nicht spüren, ob ich meinen linken Gesäßmuskel anspanne oder nicht. Ein baumloser Sattel erlaubt solche feinste Hilfengebung.
Umgekehrt spürt auch der Reiter den Pferderücken - seine Verspannungen, Entspannungen und Anspannungen - ungleich besser. Viele meiner Reitschüler, die zum ersten Mal baumlos reiten, fühlen tatsächlich zum ersten Mal den sich beim Reiten verändernden Pferderücken. Was nicht nur das Erlebnis des Reitens viel intensiver macht und zu zahlreichen Aha-Effekten führt, sondern auch ein feines Reiten mit sensibler Hilfengebung überhaupt erst ermöglicht.

Einige Reiter empfinden es als unangenehm, dass man auf einem baumlosen Sattel (je nach Modell) breiter sitzt, da man dichter am Pferderücken sitzt und sich damit seiner Rundung anpassen muss.

Zu einem gewissen Teil muss ich sagen: Leute, Reiten ist auch für den Menschen ein Sport, nicht nur für das Pferd! Auch ihr müsst euch durch Yoga oder andere adäquate Gymnastik fit und beweglich machen. Und das zusätzlich zum Reiten! Es ist für mich unverständlich, dass Reiter meinen, sie könnten sich steif und unkoordiniert auf ihr Pferd setzen und erwarten, dass es sich bewegt wie ein junger Gott. Oder auch nur wenigstens zufrieden und harmonisch läuft.

Natürlich gibt es solche Profis unter den Pferden, die das können. Meistens routinierte Schulpferde, die wissen was sie zu tun haben und ihr Ding durchziehen können, egal wer obendrauf stört. Das ist allerdings ein trauriges Bild abgestumpfter Reitpferde die nur noch funktionieren und nicht meine Vorstellung vom Reiten.

Zum anderen gibt es natürlich gesundheitliche Ursachen und Gegebenheiten, die den Reiter in seiner Beweglichkeit einschränken. Hierfür habe ich vollstes Verständnis. Für solche Fälle gibt es Modelle von Barefoot, die den Reiter schmaler hinsetzen als andere. Oder sogar das Nachrüste-Tool „Hipsaver“, was unter die Sitzfläche geklettet wird und einen schmaleren Sitz ermöglicht.

Dass man die Bewegung des Pferderückens besser spürt und entsprechend mehr durchbewegt wird und mit dem Pferd mitgehen kann, mag für einige Reiter ungewohnt und daher unangenehm sein. Aber auch hier muss ich sagen: nur so ist es richtig. Alles andere ist kein Reiten. Es ist die Aufgabe des Reiters, beweglich und durchlässig zu sein. Also arbeite an dir, statt einen Sattel zu wählen, der dich still hinsetzt und die Pferdebewegung einschränkt oder unspürbar macht.

Jeder hat es selbst in der Hand zu lernen, seine Fertigkeiten zu verbessern und dafür die beste Ausrüstung zu wählen, um vom groben Handwerk zur Kunst zu gelangen. Für jeden, der ein Pferd ausbildet, (dies tun wir alle, die mit einem Pferd Umgang haben) muss dieses lernen Verpflichtung sein. Denn hierin liegt unsere Verantwortung den Pferden gegenüber. 


BAREFOOT SERVICE CENTER ZWEIBRÜCKEN

Probereiten, Beratung, Anpassung, Verkauf 


Heute bin ich Experte und Händler für die baumlosen Sättel der Marke Barefoot.  Bei mir kannst du zahlreiche Modelle anschauen und auf meinem Schulpferd probereiten.Du kannst Dein eigenes Pferd zur Anpassung mitbringen. Natürlich komme ich auch gerne zum Probereiten, Beratung und Anpassung zu Dir nachhause.